Was ist Yoga?
Yoga ist ein vor mehr als 2500 Jahren in Indien entstandenes System, welches ursprünglich das Ziel der geistigen Vervollkommnung hatte. Heute besteht Yoga für die meisten Menschen im Westen aus Körperübungen (asanas), Atemtechniken (pranayama) und Entspannung. In den Yogasutren des Patanjali, dem wichtigsten Yogatext, wird Yoga wie folgt definiert: Yoga citta vritti nirodha
Aus dem Sanskrit übersetzt heißt das:
Yoga ist das Zur-Ruhe-Kommen und Stillwerden der Aktivitäten des Geistes. Der achtgliedrige Pfad des Patanjali, der bis heute als die Essenz des klassischen Yoga angesehen wird, beschreibt wie dieses Zur-Ruhe–Kommen des Geistes erreicht werden kann.

yama
das ist die Haltung, die wir gegenüber dem Außen und dem Anderen einnehmen, es ist eine Art Selbstdisziplin, dazu zählen Verhaltensregeln wie
- ahimsa, das Nicht-Verletzen, die Gewaltlosigkeit
- satya, die Wahrhaftigkeit
- asteya, das Nicht-Stehlen
- brahmacharya, die Enthaltsamkeit, Bewegung auf das Wesentliche
- aparigraha, das Nicht-Begehren, Freiheit von Habgier, Bescheidenheit in der Lebensführung
niyama
beschreibt die innere Haltung, die wir uns selbst gegenüber einnehmen. Wie gehe ich mit mir selbst um.
- shauca, Reinheit, auf körperlicher und geistiger Ebene
- samtosha, Zufriedenheit, Genügsamkeit, Bescheidenheit
- tapas, anhaltende Praxis, Übung (auch den Körper fit halten, ihn erhitzen und damit reinigen)
- svadhyaya, Selbst-Erforschung, dazu zählt alles was hilft mehr über sich selbst zu erfahren
- ishvarapranidhana, Hingabe, loslassen
asanas
Körperübungen, Yogahaltungen
pranayama
Atemübungen und Atemkontrolle zur Reinigung der Nervenbahnen und feinstofflichen Strukturen
pratyahara
Zurückziehung der Sinne von außen nach innen
dharana
Konzentration
dhyana
Meditation
samadhi
ist das Ziel des Yogaweges.
Wir sind eins mit uns und der Welt, wir müssen nicht mehr kämpfen,
wir sind in einem Zustand der Offenheit, des Annehmens, der Hingabe,
wir sind in einem Zustand innerer Freiheit (kaivalya)